Buch & Handwerker-Netzwerk

Acht Materialien.
Acht Meister.

Ein hochwertiger Innenausbau ist kein Möbel-Plan. Er ist ein präzises Zusammenspiel von Materialien — und der Menschen, die diese Materialien wirklich beherrschen. Wir haben acht von ihnen besucht, porträtiert und ein Buch daraus gemacht.

Holzlamellenwand mit dunkler Marmorablage
Idee

Warum acht — und warum genau diese.

Im hochwertigen Innenausbau wirken nicht „Räume" — es wirken Materialien. Wer einen guten Stein mit einem schlechten Boden kombiniert, hat einen schlechten Raum. Wer ein bestes Möbel an eine billige Wandfarbe stellt, hat ein billiges Möbel. Die Qualität eines Innenausbaus entsteht aus der präzisen Auswahl, Verarbeitung und Verbindung weniger, aber tief beherrschter Materialien.

Wir haben uns für acht entschieden. Vier davon sind Material im klassischen Sinn: Stein, Metall, Eiche und Gold. Vier sind Element oder Atmosphäre — sie kommen erst in einem präzise geplanten Innenausbau wirklich zur Wirkung: Licht, Wasser, Feuer und Stoff. Für jede dieser acht Domänen haben wir einen Meister porträtiert, dessen Arbeit wir kennen, geprüft haben und an die wir uns halten.

Die acht Materialien

Jedes mit eigenem Klang.

Material i. — Stein

Maxi Steininger · Steininger Steinmetz, München.

„Naturstein ist ein Gemälde der Natur. Naturstein in drei Worten: elegant, weich, harmonisch." — Maxi Steininger

Steinmetz, Steinbildhauer, ausgebildeter Naturwerksteinmechaniker. Die Firma Steininger Steinmetz existiert in München seit 103 Jahren — Maxi Steininger führt sie in vierter Generation fort. Der überwiegende Teil der Arbeiten fällt in den Privatbereich, die Schwerpunkte liegen im gehobenen Innenausbau. „Ich bin eigentlich, seitdem ich auf der Welt bin, schon immer bei uns in der Firma."

Naturstein ist Geologie in sichtbarer Form. Druck, Hitze, Sedimentation, Verschiebung — Mineralogie bestimmt das Erscheinungsbild. Manche Steine sind beinahe homogen: ruhig, einfarbig, fast zurückhaltend. Andere sind dramatisch, geschichtet, beweglich im Ausdruck. Bei rund 5.000 weltweit bekannten Natursteinsorten ist die Bandbreite enorm: von beigen Marmoren und Travertin mit feiner Schichtung bis zu tiefgrünen Quarziten und blau schimmernden Graniten aus Südamerika, deren Farbe aus tektonischem Druck entstanden ist.

Was wir sehen, ist nie nur Stein — es ist Stein im Licht. Polierte Flächen reflektieren, intensivieren Farbe und Kontrast. Geschliffene oder gebürstete Oberflächen streuen das Licht weicher: ruhiger, matter, oft wärmer. Naturstein ist kein statisches Bild. Er ist ein Gemälde, das sich mit dem Tageslicht verändert. Und jedes Stück ist ein Unikat — nicht reproduzierbar, nicht exakt wiederholbar.

Material ii. — Metall

Thomas Räpke · Metalware GmbH, München.

Hochwertige Metallverarbeitung in München, von der Beratung bei der Planung bis zur professionellen Umsetzung in der eigenen Manufaktur. Fünf Bereiche, die in Premium-Innenausbauten zusammenspielen: Inneneinrichtung, Kleinserien- und Prototypenbau, Kunst am Bau, Lichtobjekte, Kunstobjekte. Bronze, Messing, Stahl, in Verbindung mit Glas, Holz, Stein, Lichttechnik.

Was den Betrieb auszeichnet, ist die fachübergreifende Kompetenz. Kaum eine Sonderanfertigung im hochwertigen Innenausbau steht für sich allein; meistens braucht es das Zusammenwirken mehrerer Disziplinen — eine Bronze-Türklinke, die mit dem Glasveredler abgestimmt ist; ein Lichtobjekt, das mit der Schreinerei abgestimmt ist. Genau diese Schnittstellen-Arbeit ist Räpkes Stärke. Eingespieltes Team, Leidenschaft, neue Herausforderungen — drei Worte, die sich auf seiner Website wiederfinden, und die in jeder Werkstatt-Begehung sichtbar werden.

Material iii. — Eiche

Bastian Daxenberger · Schreinerei Daxenberger, Seeon am Chiemsee.

„Eiche ist ehrlich. Eiche ist ruhig. Sie drängt sich nicht auf. Eiche funktioniert nicht, wenn man es eilig hat. Eiche ist zeitlos, beständig, warm." — Bastian Daxenberger

Schreinermeister und Mitinhaber der Schreinerei Daxenberger am Chiemsee. Mit 90 Mitarbeitern realisiert der Betrieb hochwertige Innenausbauten — vom maßgefertigten Möbel bis zum kompletten Innenausbau. Stilistisch bewusst offen, geprägt von handwerklicher Präzision und tiefem Materialverständnis. „Wir haben keinen festen Stil. Das geht bei uns von modern bis klassisch", sagt Bastian Daxenberger. Entscheidend ist die Qualität der Ausführung — und das Material selbst.

Eiche kann ruhig sein, fast streng — gerade gewachsen, fein geschnitten, mit einer Maserung, die sich zurücknimmt und den Raum atmen lässt. Eiche kann auch wild sein: Äste, Risse, Spannungen im Holz, Geschichten, die sich nicht glätten lassen. Vom hellen, fast goldenen Naturton über gebürstete und gekalkte Oberflächen bis hin zur tief geräucherten, fast schwarzen Räuchereiche. Und dann die Mooreiche — Holz, das über Jahrtausende im Moor gelegen hat und eine fast schwarze, geheimnisvolle Farbigkeit entwickelt. Sichtbar gewordene Zeit.

Material iv. — Gold

Christoph Bauer · Kunstmaler & Restaurator.

Kunstmalerei und Restauration auf höchstem Niveau. Christoph Bauers Repertoire reicht weit über das Blattgold hinaus — Wandmalerei, Sky Painting, Stuckrestaurierung, Wabi-Sabi-Oberflächen, Lehm- und Kalkputze, Farbgestaltung. Aber im Buch porträtieren wir ihn für seine Vergoldungen, weil dort sein Können in einer einzigen Geste zusammenkommt.

Echtes Blattgold, von Hand poliert, aufgelegt auf Stuckdecken im Lehel, auf Bronzedetails in Penthouses, auf Wandflächen in Stadtvillen. Keine Bronzefarbe, die Gold imitiert. Bauers Vergoldungen sind das Gegenteil von Bling: leise gesetzte Akzente, die einen Raum heben, ohne ihn zu beschweren. Ein einziger Blattgold-Strich an einer Mahagoni-Tür, eine vergoldete Stuckleiste im Salon — präzise genug, um zu wirken; zurückhaltend genug, um nicht zu protzen.

Material v. — Licht

Gerlinde Kusstatscher · Lichtgestaltung, München.

„Der Maler arbeitet mit Farbe, der Schreiner arbeitet mit Holz, und ich arbeite mit Licht. Light is my color." — Gerlinde Kusstatscher

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf namens Bogenfeld an einem schattigen Waldhang. Eine Zeit im Winter, wenn die Sonne so tief stand hinter den Bäumen, dass an manchen Tagen kein direktes Sonnenlicht auf das Haus fiel. Wenn Anfang Januar dann die ersten Sonnenstrahlen wieder ins Vorhaus kamen, war das wie eine Auferstehung — sagt Kusstatscher selbst. „Hier fing alles an, mit diesem Licht, das ganz groß war und mich zutiefst berührte."

Heute zählt sie zu den prägenden Lichtgestaltern im deutschsprachigen Raum. Projekte u. a. mit Landau + Kindelbacher (Penthouse F19, München), Holzrausch (Villa G18, Nymphenburg), Stephanie Thatenhorst Interior, Yasemin Loher Interior. Für sie ist Lichtplanung „eine Frage der Kultur" — eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Ort und der für ihn vorgesehenen Idee. „Ohne Licht ist nichts. Licht macht sichtbar." Nicht von der Leuchte zum Erscheinungsbild, sondern andersherum: vom Erscheinungsbild über die visuelle Wahrnehmung hin zum konkreten Lichtkonzept. „Es ist das Lesen von Orten und das Schreiben mit Licht."

Material vi. — Wasser

Stephan Metz · Stephan Metz Gruppe, München.

„Wasser ist Leben. Wasser ist das höchste Gut, das wir haben." — Stephan Metz

Geschäftsführer der Stephan Metz Gruppe — und damit Mann für alles, was ein Gebäude lebendig macht: Wasser, Wärme, Luft. Vom privaten Bad über Installationsschwimmbäder bis hin zu kompletten Sanierungen und Neubauten begleitet sein Unternehmen Projekte im gehobenen Segment in München und Umgebung. Sein Schwerpunkt liegt auf Sanitär und Heizung — dort, wo Technik auf Alltag trifft und aus Funktion Lebensqualität wird. Anspruch: Präzision, Verlässlichkeit, ein Auftreten, das der Qualität der Projekte entspricht.

München hat einen hohen Kalkgehalt im Wasser — etwas, das im Alltag oft als störend empfunden wird. Aber genau dieser natürliche Bestandteil macht es zugleich wertvoll. Stephan Metz erklärt das gerne: Wasser hat seine höchste Qualität im ursprünglichen Zustand. Die Herausforderung besteht darin, diesen Charakter zu bewahren — und gleichzeitig technisch alle Komfort-Erwartungen eines Premium-Bades zu erfüllen. Ein Spannungsfeld, das er seit Jahren beherrscht.

Material vii. — Feuer

Stefan Schinharl · Schinharl Ofen- und Kaminhaus.

„Geborgenheit, Wärme, Glück. Ein Kaminfeuer ist für mich Entschleunigung. Ich lebe für mein Kaminfeuer." — Stefan Schinharl

Über 20 Jahre Ofenbauhandwerk verbunden mit anspruchsvoller Innenarchitektur. Die Kamine entstehen vor allem in privaten Villen, exklusiven Penthäusern und zunehmend in der gehobenen Hotellerie. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Wirkung auf den Menschen: ein Kamin schafft Momente der Ruhe, bringt Menschen zusammen, lässt den Alltag in den Hintergrund treten. Feuer bedeutet für Schinharl Entschleunigung — ein bewusstes Gegenbild zur digitalen, schnellen Welt. „Wir machen mit neuen Kaminen eine Feuertaufe. Da haben die Kunden immer ein Lächeln im Gesicht."

Ein gutes Feuer beginnt mit dem Bild — Gelb-Rot, durchzogen von feinen blauen Nuancen, begleitet von sprühenden Funken. Niemals statisch. Wird der Kamin entzündet, tritt das restliche Licht in den Hintergrund: Beleuchtung wird gedimmt, direkte Lichtquellen reduziert. Das Feuer übernimmt die Führung im Raum. Vielleicht unterstützt eine einzelne Stehleuchte das Lesen — die Stimmung kommt vom Feuer. Eine besondere Form der Ruhe entsteht: weniger Reize, mehr Fokus auf das Wesentliche.

Material viii. — Stoff

Michael Westermeier · Raumtec Westermeier, München.

„The better blinds." — Raumtec Westermeier

Fachgroßhandel und Konfektionär für innenliegenden Sonnenschutz im gehobenen Segment. Holzjalousien, Naturbehänge aus geknüpften Naturmaterialien, Shutter, Vorhangdekoration, Raffrollos, Plissees, Smart-Home-Integration für die Steuerung. Eine eigene hauseigene Kollektion handgeschmiedeter Eisenstangen aus regionaler Herstellung — Balthazar, Rufus, Samsa. Maßanfertigungen, viele Produkte „Made in Germany". Im Showroom Sternwerk in München lassen sich elektrisch bewegte Vorhänge, Jalousien und Rollos bereits in der frühen Planungsphase erleben.

Stoff im Premium-Innenausbau ist mehr als Vorhang. Ein präzise gespanntes Wandtextil verändert die Akustik eines Schlafzimmers; ein schwer fallender Vorhang macht aus einem Fenster eine Bühne; ein Naturbehang aus geknüpftem Bast beruhigt eine ganze Wand. Westermeier denkt von der Funktion her — Sonnenschutz, Akustik, Sichtschutz, Smart-Home-Integration — und kommt von dort zur Gestaltung. Die Stilgarnituren sind, wie er selbst schreibt, „vielleicht höchstens das, was bei uns von der Stange ist". Alles andere ist Maßarbeit.

Wir haben keinen festen Stil. Das geht bei uns von modern bis klassisch.

Bastian Daxenberger, Schreinerei Daxenberger — aus Meisterwerke der Sinne, Kapitel Eiche
Häufige Fragen

Was Sie über das Buch und das Netzwerk wissen sollten.

Was ist „Meisterwerke der Sinne"?

„Meisterwerke der Sinne" ist sowohl ein Buch als auch das Kernstück unseres Handwerker- und Fachplaner-Netzwerks. Wir haben acht Betriebe und Personen im deutschsprachigen Raum besucht, ihre Arbeitsweise dokumentiert und ihre Werkstücke fotografisch festgehalten. Daraus entstand ein Buch — und ein Netzwerk, auf das wir bei jedem Bauherrenprojekt zurückgreifen.

Welche acht Materialien und Personen sind im Buch vertreten?

Stein (Maxi Steininger, Steininger Steinmetz, München), Metall (Thomas Räpke, Metalware GmbH, München), Eiche (Bastian Daxenberger, Schreinerei Daxenberger, Seeon am Chiemsee), Gold (Christoph Bauer, Kunstmaler und Restaurator), Licht (Gerlinde Kusstatscher, Lichtgestaltung, München), Wasser (Stephan Metz, Stephan Metz Gruppe, München), Feuer (Stefan Schinharl, Schinharl Ofen- und Kaminhaus), Stoff (Michael Westermeier, Raumtec Westermeier, München). Jedes Kapitel porträtiert einen Meister in der eigenen Werkstatt.

Kann ich das Buch erwerben?

Das Buch ist primär als Geschenk an unsere Bauherren und Partner gedacht und nicht im freien Handel erhältlich. Auf besondere Anfrage geben wir es gerne weiter — sprechen Sie uns im Erstgespräch darauf an.

Arbeiten Sie ausschließlich mit den im Buch porträtierten Handwerkern?

Nein. Die acht Porträts sind das Kernstück unseres Netzwerks, aber wir arbeiten projektabhängig mit weiteren spezialisierten Handwerksbetrieben zusammen — etwa für Sonderanfertigungen, regionale Bezüge bei Zweitwohnsitzen oder besondere Materialwünsche. Wir wählen pro Projekt die jeweils beste Lösung.

Wie unterscheiden sich Premium-Handwerker von gewöhnlichen Betrieben?

Premium-Handwerker arbeiten typischerweise in dritter oder vierter Generation, fertigen weitgehend in eigener Werkstatt, beherrschen klassische Techniken neben modernen, und sind bereit, für ein Detail überdurchschnittlich viel Zeit aufzuwenden. Sie funktionieren über Empfehlungen — und genau deshalb ist ein etabliertes Netzwerk so wertvoll.

Warum genau diese acht Materialien?

Vier sind klassische Materialien: Stein, Metall, Eiche, Gold — die strukturellen und akzentuierenden Bausteine eines Premium-Innenausbaus. Vier sind Element oder Atmosphäre: Licht, Wasser, Feuer, Stoff — sie sind nicht im engeren Sinn „Material", aber sie tragen einen Raum mehr als jede Wandfarbe oder jedes Möbel. Wir haben uns auf diese acht konzentriert, weil sie zusammen einen Raum vollständig machen.